Die Geschichte der sechs Herberts beginnt im letzten Kriegswinter Neunzehnhundertschwarzweiß in einer zugigen Kajüte auf dem Schlepper “Fips Asmussen”, wo Aushilfssmutje Herbert Brauer auf einem alten Kanonenofen Clown-Milchshakes briet. Vom Duft angelockt, ankerte am frühen Morgen eines für die Geschichte der Comedy folgenlosen Dienstags eine bemooste Barkasse mit fünf Schiffbrüchigen auf der Leeseite. Überzeugt, dass der Clown die wichtigste Mahlzeit des Tages ist, fraßen die fünf dem Mann die Regale leer, quatschen sich wechselseitig um Kopf und Kragen und sind seitdem aus nebulösen Gründen von einer beruflichen Zukunft als Hilfskomödianten überzeugt. Verbunden durch ungläubiges Staunen darüber, dass alle sechs neben Geschlecht, Muttersprache und dem festen Glauben an die Coolness des Kalauers und schmutzige Lieder (“Tomate, Tomate / Dein Pimmel kann Karate!”) zufällig auch der gemeinsame Vorname Herbert verbindet, verbringen sie seither mehr Zeit miteinander als mit Muhammad Ali, Lukas Podolski, Helene Fischer, Horst Hrubesch und Lena Meyer-Landrut zusammen.

Der vertikal Herausgeforderte

Denken Sie bei den Initialen „BB“ nicht an Bert Brecht, Brigitte Bardot, Bilbo Beutlin, Bibi Blocksberg – denken Sie an BRUNO BRAUER (12)! Der einzige Herbert, auf den alle fünf anderen herabblicken. Der mehrfache Hosenbesitzer ist unter dem Pseudonym „Der Platzwart“ auch als 96-Kolumnist aktiv. Jenseits von klug und böse. Macht schon länger in Humor: Das Honorar für seine erste Glosse war Feuer. Mondsüchtig.

Der horizontal Herausgeforderte

IMRE GRIMM (Alter unbekannt) hat Ahnung studiert. Kämpft gegen den asketischen Furor unserer Zeit. Kann wie ein Chamäleon die Augen unabhängig voneinander bewegen und so zwei TV-Programme gleichzeitig verfolgen. Kolumniert wöchentlich in der Wochenendbeilage „sonntag“. Ist nicht dick, hat nur die Beine weit hinten.

Der sexuell Herausgeforderte

DIRK SCHMALER (17) aus dem strukturschwachen Ostfriesland ist jung, sieht unverschämt gut aus und soll bei Herbert Royal vor allem das minderjährige weibliche Publikum binden. Spricht so, wie DJ Bobo tanzt. Einer von zwei Friesen bei Herbert Royal.

Der frisurell Herausgeforderte

UWE HERBERT JANSSEN (107) ist Triple-F: Friese, Feuilleton- und Fußballauskenner. Der haarreiche Modeexperte kolumniert jede Woche in der Wochenendbeilage „sonntag“ und hat als „Platzwart“ Hannover 96 im Auge. Darf wegen seiner Hemden aus Sicherheitsgründen nicht am Straßenverkehr teilnehmen. Mit Imre Herbert Grimm auch als „Janssen & Grimm“ unterwegs. Als Kind in einen Topf mit Kalauern gefallen. Auch bekannt als „Der Friese mit der Frise“.

Der kulturell Herausgeforderte

Für KRISTIAN HERBERT TEETZ (68) sind Worte Grundnahrungsmittel. Er frisst Bücher, säuft Radio und trägt nebenberuflich die alten Brillen von Eduard Zimmermann auf. Arbeitet seit Jahrzehnten heimlich am Kolumnistischen Manifest. Lieblings-Weihnachtslied: „Maria durch ein Adorno-Wald ging“.

Der tastaturell Herausgeforderte

ULI HERBERT SCHMID (22-einhalb) ist musikalisch hyperaktiv, seit er beim Nachnamenswettbewerb in Lüttringhausen 1978 in der Kategorie Einschlafhilfe mit sechs Buchstaben gewann und die Tuba des Organisatoren nach Hause tragen durfte. Bei Herbert gleichzeitig jüngstes und ältestes Mitglied und vor allem am Piano aktiv, kann schwarze und weiße Tasten. Trägt absichtlich graues Haar. Tanzt nur in dringenden Notfällen. Einer von anderthalb Kehrwochlern bei Herbert Royal.